Sonntag, 27. März 2011

Lieber Goethe,

warum tust du mir das an?
Ich hab ja so kein Problem mit dir und deinen Gedichten, aber das geht zu weit.
Warum redet der alte senile Mann am Ende seines Lebens noch einmal so viel? Und dann auch noch so größenwahnsinnigen Quatsch...
An sich ist Faust ja gar nicht so verkehrt und schön zu lesen, aber wie bei allen guten Büchern, hättest du dir die Fortsetzung sparen können.

Faust's Vision 
( Für alle die nie in den Genuss gekommen sind, das zu lernen :D)

Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene.
Den faulen Pfuhl auch abzuziehen,
Das Letzte wär' das Höchsterrungene.
Eröffn' ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neuesten Erde,
Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft.
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluss,
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglichsie erobern muss.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich seh'n,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön.
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht im Äonen untergehen.-
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick.

Johann Wolfgang von Goethe






Kommentare:

  1. Alter, seniler Mann? Das tut schon fast weh das zu hören. Aber ich verstehe was du meinst.

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  2. Jaaaaaaaaaaaaah, ich weiß :D
    Eigentlich ist Goethe und Faust m Speziellen ja auch gar nicht so übel^^

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